Luftverschmutzung in China
Feinstaubwerte (PM2.5) für 75 Städte in China

Feinstaubbelastung nach PM2.5 in China

Die PM2.5-Feinstaubwerte und die aktuelle Luftqualität (AQI) in China

Aktuell hat unter den 75 Städten in China, von denen das Ministry of Environmental Protection of China (MEP) stündlich die PM2.5-Feinstaubwerte veröffentlicht, die Stadt Shenyang mit 500 µg/m³ die stärkste Feinstaubbelastung. Die geringste Feinstaubbelastung nach PM2.5 wurde aus der Stadt Chengdu mit 28 µg/m³ gemeldet (Daten vom 2014-10-31, 19 Uhr).

China ist derzeit für circa 24 % der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen verantwortlich. Nur in etwa 1% der Städte in China erfüllt die Luftqualität denjenigen Standard (gemessen nach PM2.5), den die EU als sicher für die Bevölkerung betrachtet. Die größte Luftverschmutzung in China entsteht durch die Abgase der Fabriken. Der Kohlebrand der Kohlekraftwerke ist ein großer Verursacher der Feinstaubpartikel in der Luft. Autos und der damit steigende Individualverkehr haben sich zu einer großen Quelle der Luftverschmutzung entwickelt. In großen Städten wie Peking und Shanghai tragen sie 20 bis 25 Prozent zum Auftreten von PM 2.5 bei.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt angesichts der vom Feinstaub ausgehenden Gesundheitsgefahren in ihren WHO-Luftgüte-Richtlinien einen Grenzwert von 10 µg/m³ nach PM2.5 im Jahresmittel. Das Tagesmittel liegt bei 25 µg/m³ ohne zulässige Tage, an denen eine Überschreitung möglich ist. China ist von solchen Werten nahezu flächendeckend weit entfernt.

Im Dezember 2012 ergab eine Studie, dass 2010 mindestens 1,2 Millionen Menschen an den Folgen der Luftverschmutzung vorzeitig verstorben sind. Dies entspricht 40 Prozent der 3,2 Millionen Todesfälle, die weltweit auf die Ursache Smog zurückzuführen sind. Der wirtschaftliche Schaden wird mit rund 230 Milliarden US-Dollar (umgerechnet rund 175 Milliarden Euro) oder 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts des Landes pro Jahr beziffert. Große Teile der Bevölkerung in China sind sind nicht mehr gewillt, die Umstände der Luftverschmutzung einfach hinzunehmen.

Neben der chinesischen Regierung darf niemand im Reich der Mitte PM2.5-Feinstaubwerte selbst messen oder gar veröffentlichen. Zuwiderhandlungen können mit harten Gefängnisstrafen verurteilt werden, da dies als eine "Gefährdung einer nationalen Sicherheit" eingestuft wird. Einzige Ausnahme ist die "US Environmental Protection Agency (EPA)", da diese die Daten auf dem Gelände der Botschaft in Peking und den Konsulaten in Guangzhou, Shanghai und Chengdu und damit nach internatinalem Recht auf amerikanischen Hoheitsgebiet, ermittelt. Diese Daten gelten für die genannten Städte als realistischer, da diese in den Stadtzentren und nicht in Randgebieten ermittelt werden.

Chinas AQI-Mechanik, die den offiziellen AQI-Wert ermittelt, ist einzigartig auf der Welt. Um einen aussagekräftigen Vergleich anzustellen, muss anstelle des “Air Quality Index” (AQI) daher die Feinstaubbelastung nach PM2.5 herangezogen werden (siehe: Die Farben der Luftverschmutzung in China). Hinzu kommt, dass viele Messstellen oftmals in den Randbezirken stehen, die in Deutschland eigene Gemeiden wären und fast schon eigenständigen Dörfern gleichen. Die Feinstaubwerte in den Innenstädten sind daher nicht selten um ein mehrfaches höher. (siehe: Luftverschmutzung in China)

Weitere Städte in China und deren Luftverschmutzung

Baoding, Peking, Cangzhou, Changchun, Changsha, Changzhou, Chengde, Chengdu, Chongqing, Dalian, Dongguan, Foshan, Fuzhou, Guangzhou, Guiyang, Harbin, Haikou, Handan, Hangzhou, Hefei, Hengshui, Huaian, Hohhot, Huizhou, Huzhou, Jiangmen, Jiaxing, Jinan, Jinhua, Kunming, Langfang, Lanzhou, Lhasa, Lianyungang, Lishui, Nanchang, Nanjing, Nanning, Nantong, Ningbo, Qingdao, Qinhuangdao, Quzhou, Shanghai, Shaoxing, Shenyang, Shenzhen, Shijiazhuang, Suqian, Suzhou, Taiyuan, Taizhou, Taizhou, Tangshan, Tianjin, Wenzhou, Wuhan, Urumqi, Wuxi, Xiamen, Xiangtan, Xian, Xingtai, Xining, Xuzhou, Yancheng, Yangzhou, Yinchuan, Zhangjiakou, Zhengzhou, Zhenjiang, Zhongshan, Zhoushan, Zhuhai, Zhuzhou,

Krankes China

Luftverschmutzung macht krank. Chinas Bevölkerung leidet besonders unter den Folgend der Luftverschmutzung. Das Chinesische Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention möchte bis 2016 rund 1,23 Millionen Euro für Gesundheitsforschungen in den zehn Städten mit der schlimmsten Luftverschmutzung (Urumqi, Lanzhou, Peking, Chengdu, Tongchuan, Jining, Xian, Weinan, Kaifeng, Xining) investieren. Neben der Erhebung von Wetter- und Umweltdaten wie dem PM2.5-Feinstaub, wird es auch eine Grundlagenforschung geben. Auf Grund der Ergebnisse soll eine Plattform zur Warnung vor Gesundheitsrisiken entstehen. Welche Erkenntnisse dabei auch in eine Reduzierung der Luftverschmutzung einfließen, wurde durch die Behörde nicht genannt

Grafische Darstellung der aktuellen Luftverschmutzung

Die Karte zeigt die Luftverschmutzung in China in Form einer "Heatmap" anhand der durschnittlichen PM2.5-Feinstaubwerte der letzten 24 Stunden.

PM2.5 Feinstaubwerte China

Vollbild der Landkarte der aktuellen PM2.5-Feinstaubbelastung in China auf Basis der durchschnittlichen Feinstaubwerte für 24 Stunden.